Beide verbindet der Ansatz, zeitgenössische Fragen mit der eigenen Biografie zu verknüpfen. Und beide schöpfen dabei aus der formalen Quelle der Kunstgeschichte. Während Justus aus der kritischen Auseinandersetzung mit der antiken Skulptur und ihrer fragmentierten Überlieferung im Sampling neue Bilder entstehen lässt, baut Chwatal seine Werkzyklen aus stilistischen Anklängen verschiedener Epochen auf und deutet sie neu.
Die unterschiedliche künstlerische Herkunft und Arbeitsweise der beiden Spieler:innen wird auch auf dem Playground erkennbar bleiben: Justus’ Arbeit, mit der sie ihren poetischen, malerischen und politischen Anliegen Ausdruck verleiht, basiert auf konzeptuellen Ideen. Bei deren medienübergreifender Umsetzung geht sie häufig von der Fotografie aus. Chwatal hingegen leitet seine thematischen Konzepte aus seinem malerischen oder zeichnerischen Ansatz ab. Gemeinsam wiederum sind beiden Motive des Zeitübergreifenden sowie von Verwandlung und Metamorphose.
Wirft der Versuch, sich künstlerisch aufeinander einzulassen und Rolle des Gegenübers einzunehmen, denn nicht dieselben Fragen auf, wie Pygmalions Schöpfung der Partnerin im antiken Mythos? Welches Bild machen wir uns vom Gegenüber? Wodurch wird es bestimmt? Was ist Verstehen, was Projektion, was Ideal?




